Mit Kindern über Krieg sprechen

Warum dies wichtig ist und wie Eltern vorgehen können, zeigt KJF Erziehungsberater Michael Leicht
Foto: Adobe Stock
26. Februar 2026

„Über Krieg sprechen? Das macht Kindern doch nur Angst“, denken viele Eltern. Dabei ist genau die Angst ein Grund, es dennoch zu tun.
Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter kriegen meist mehr mit, als Eltern lieb ist, gerade in den derzeit krisenhaften Zeiten: Sie hören Gespräche von Erwachsenen mit, schnappen Nachrichten auf oder werden im digitalen Raum mit Bildern und Videos konfrontiert. All das ohne Kontext. Die Lücken füllen viele Kinder dann mit Fantasie und dramatischen Szenarien. Das erzeugt Unbehagen, Verunsicherung und Angst. „Mit altersgerechten Gesprächen können Eltern den Kindern Angst nehmen“, sagt Michael Leicht von der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Kempten-Oberallgäu der KJF Soziale Angebote Allgäu. Über Weltgeschehen zu sprechen, fördert außerdem die kindliche Entwicklung von Empathie und das Demokratieverständnis. Gleichzeitig gilt: „Gespräche über Krieg können Kinder auch verunsichern. Entscheidend ist, wie“, betont Michael Leicht. Gerade bei Themen, die Eltern selbst belasten oder schwer verständlich sind, ist das eine Herausforderung.

So sprechen Eltern altersgerecht über Krieg:

  • Altersabhängig: Eltern dürfen auf ihr Gespür vertrauen, was ihr Kind bereits verstehen kann. Grundsätzlich gilt: ehrlich bleiben, ohne zu dramatisieren – und keine gewalttätigen Details schildern. Während bei Jugendlichen ethische Fragen sowie historische und geografische Einordnungen sinnvoll sind, brauchen jüngere Kinder Vergleiche aus ihrer Lebenswelt. Konflikte lassen sich etwa mit Streit im Kindergarten erklären. Bei älteren Kindern wird zudem Medienkompetenz wichtig: der Unterschied zwischen Fakten, Meinungen und Propaganda.
  • Fortlaufend statt einmalig: Gespräche über Krieg, Politik und Weltgeschehen sollten kein einmaliger Vortrag sein, sondern ein fortlaufender Austausch. Kindernachrichten können dabei eine gute Grundlage bieten. Wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern schauen, entstehen Raum für Fragen – und Eltern erkennen, was ihr Kind wirklich beschäftigt.
  • Anlassbezogen: Alltägliche Situationen können Gesprächsanlässe sein, etwa wenn Kinder Krieg spielen. Solche Spiele zeigen, dass das Thema bei den Kindern präsent ist. Eltern können dann erklären, dass Krieg im Spiel zwar spannend erscheint, in der Realität aber gefährlich ist und Leid verursacht.
  • Empathisch: Gefühle der Kinder sollten ernst genommen und benannt werden. Gleichzeitig ist es wichtig, Kinder nicht mit den eigenen Sorgen zu überfordern oder zu belasten.

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