Augsburg, den 28.10.2009

Naturerlebnis auf hohen Wegen

Erster Spatenstich für "Skywalk Allgäu"

Scheidegg (kjf) Das Westallgäu wird um eine Attraktion reicher: In Scheidegg hat die Katholische Jugendfürsorge (KJF) mit einem symbolischen ersten Spatenstich den Bau des "Skywalk Allgäu" begonnen, der ab Sommer 2010 ein Naturerlebnis auf hohen Wegen bieten soll. Dazu gehören neben dem einmaligen Baumwipfelpfad im Allgäu auch ein Naturerlebnispfad, ein Barfußweg, ein Abenteuerspielplatz und das Informationszentrum mit Gastronomie. Später sollen weitere Attraktionen dazu kommen.
Das Angebot richtet sich an Patienten der Fachklinik Prinzregent Luitpold während ihres Klinikaufenthaltes, aber auch an touristische Gäste. Die KJF will mit dem "Skywalk Allgäu" ihrem satzungsgemäßen Auftrag nachkommen, Kindern, Jugendlichen und Familien, aber auch behinderten Menschen zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Im Vordergrund steht deshalb beim "Skywalk Allgäu" ein intensives Naturerlebnis, das auch für behinderte Menschen zugänglich ist.
Der Betreiber erwartet jährlich rund 50.000 Besucher in der Anlage. Gedacht ist an einen Eintrittspreis von etwa sieben bis acht Euro für Erwachsene, Ermäßigungen soll es für Kinder, Familien, Schulklassen, Jugendgruppen und Einheimische geben.
Bauherr ist die Baumgipfelabenteuer gemeinnützige GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Katholischen Jugendfürsorge. Der Verband investiert 8 Millionen Euro in das Projekt. In diesen Betrag fließen als Zuschuss 200.000 Euro von LEADER+ ein, einem Förderprogramm der Europäischen Union; der Rest sind Eigenmittel der KJF. Die GmbH wird den Betrieb der Anlage als Integrationsbetrieb führen, das heißt, dass mindestens bei 40 Prozent der Angestellten ein Integrationshintergrund oder eine Behinderung vorliegen. Beabsichtigt ist, auf diese Weise ab dem nächsten Jahr etwa 15 Arbeitsplätze zu schaffen.
"Mit dieser Integrationsfirma können wir Arbeitsplätze schaffen und zudem gemäß unserer Satzung besonders behinderten Menschen eine Chance geben" sagt dazu Prälat Günter Grimme, Vorstandsvorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge. "Zudem schaffen wir für Familien und Behinderte ein attraktives Freizeitangebot zu bezahlbaren Preisen. Und die nahegelegene Fachklinik Prinzregent Luitpold wird die Möglichkeit bekommen, hier intensiv therapeutisch mit den Patienten zu arbeiten. Da nutzt ein Erlebnis am eigenen Leib oft mehr als Tausend Worte". Landrat Elmar Stegmann dankte der Katholischen Jugendfürsorge für die geplanten Investitionen; er sei erfreut, "dass Sie dieses Zeichen setzen in einer Zeit, in der das Geld nicht mehr so locker sitzt". Bürgermeister Ulrich Pfanner, der die Idee an die KJF herangetragen hatte, lobte, dass man sich an etwas neues heranwage: "Es ist gut, wenn etwas geschaffen wird, was es nicht überall gibt."
An alle Besucher hat der Bauherr gedacht: Über einen Aufzug ist der Baumwipfelpfad auch für Rollstuhlfahrer oder Besucher mit Kinderwagen zugänglich. Vom Baumwipfelpfad mit seinen 540 Metern Länge bietet sich ein herrlicher Ausblick in die Alpen, ins Alpenvorland sowie auf den Bodensee. Auch ein Teil des einen Kilometer langen Naturlehrpfades wird rollstuhlgerecht ausgebaut sein. An unterschiedlichen Stationen werden so große und kleine Besucher Wissenswertes über den Wald und seine Lebewesen erfahren. Die zur Klinik gehörende Sankt-Gallus-Schule, in der die jungen Patienten aus ganz Deutschland unterrichtet werden, wird den Lehrpfad in ihr Unterrichtsprogramm aufnehmen. Auf dem 200 Meter langen Barfußweg können Gäste und Patienten die Beschaffenheit unterschiedlicher natürlicher Materialien mit den Füßen erfühlen. Nach einer Runde über den Baumwipfelpfad kann man sich abschließend im Informationszentrum stärken und weitere Details über die Anlage erfahren.

Den Spatenstich nahmen vor:
Landrat Elmar Stegmann
Bürgermeister Ulrich Pfanner
LEADER Manager Ethelbert Babl, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
KJF-Vorstandsvorsitzender Prälat Günter Grimme
KJF-Abteilungsleiter Dr. Bernhard Hoch
Klinik-Chefarzt Dr. Kurt Stübing
KJF-Projektleiterin Carmen Seitz
Helmut Lauer, Firma Dobler Consult
Architekt Prof. Klaus Meier
Friedrich Karl Elsner, Firma Lesch
Landschaftsarchitekt Wilhelm Müller
Werner Wechsel, Firma Bergwolf GmbH

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